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Random Lyrics for Das Ultimatum:
| | | Artist: | Kunze Heinz Rudolf |
| | Album: | Eine Form Von Gewalt | | Track: | Das Ultimatum | | | | Date Added: | 18/10/2007 | | Views: | 15 | | | | Lyrics: | eine Zuruecknahme der Schoepfungseschichte in sieben Tagen)
Er hatte einen Brief
verfasst,
der lautete wie folgt:
"Hier ist mein Ultimatum an die Welt.
Wenn binnen
sieben Tagen nicht
wer kommt, um mich zu sehn,
dann zahle ich das letzte
Loesegeld.
Ich habe mich verproviantiert
fuer eine Woche knapp,
die Tuer verschlossen
und geh nirgends hin.
Ich bin kein Philosoph, und doch:
Ich fuehre den Beweis.
Seid
sicher, dass ich nicht umnachtet bin."
So sehn wir ihn am zweiten Tag:
Die Tuer ist
unberuehrt.
Er waescht sich, macht sich Fruehstueck, ganz normal.
Dann weiss er nicht
genau, wohin
mit sich und seiner Zeit,
hoert Radio, durchblaettert ein Journal.
Es
wird auch Mittag, irgendwie,
der Rundfunk hat's bezeugt,
er geht zum Herd und braet sich
ein Kotelett.
Dann greift er sich Immanuel Kant,
sieht fern bis null Uhr
zehn,
schlaeft ein in seinem ungemachten Bett.
so sehn wir ihn am dritten
Tag:
Um elf klopft jemand an!
Er hat verschlafen, schiesst jetzt hellwach auf!
Der
draussen mumelt so etwas wie
"...habe mich geirrt..."
und steigt dann in den naechsten
Stock hinauf.
Es braucht nun eine ganze Zeit,
bis dass er das verdaut,
und was sich
auch kocht, es schmeckt ihm nicht.
Er merkt an sich, wieviel er trinkt,
und dass des
nachts was saust,
und dass er mit sich Selbstgespräche spricht.
So sehn wir ihn
am vierten Tag:
Ein Stockwerk unter ihm
wurd' scheinbar heute frueh ein Kind
gebor'n
Da kraeht es und da poltert es,
der Mutterkuchen dampft,
und er hat einen
Hosenknopf verlor'n.
Und als der Tag zur Neige geht:
Ein Stockwerk ueber ihm
ist eine
alte Frau mit Sterben dran.
Ihm kommt es vor, als saesse er
im Fahrstuhl, zweiter
Stock,
der haelt am siebten Tag dort oben an.
So sehn wir ihn am fuenften
Tag:
Das Fernsehn ist kaputt.
Ein truebes Fruehstueck ohne Fruehprogramm.
Er stellt
sich vor den Spiegel, bleibt
dort lange Stunden sthen
und merkt dann, dass er kaum noch
sprechen kann.
Er greift zum Buch, es faellt ihm hin,
er greift es sich erneut,
zum
Lesen sind die Augen viel zu wund.
Ein schwarzer Vogel fliegt vors Fenster-
glas mit
voller Wucht,
er schaut hinaus ins rote Abendrund.
So sehn wir ihn am sechsten
Tag:
Er fiebert und ist matt.
Beim blossen Liegen tut er sich schon weh.
Er hoert
kaum noch im Treppenhaus
das grosse Auf und Ab,
gleich nebenan steigt heut ein Balle
Paree
Er merkt nicht, wann es dunkel wird,
er schaut nicht mehr hinaus,
seit
Ewigkeiten liegt er steinern still.
Des nachts erbricht er sich, als grad
ein Heisssporn
nebenan
ein Maedchen zu sich nieder reden will.
So sehn wir ihn am siebten
Tag:
Er ist noch einmal frisch.
Er oeffnet die Gardinen, beugt die Knie.
Er
fruehstuckt in Ausfuehrlichkeit,
raeumt alles sauber weg,
er pfeift sich seine
Lieblingsmelodie.
Dann reckt er sich, dann denkt er sich
"jetzt wird es aber
Zeit",
er nimmt ein Papier, schreibt "q.e.d." darauf,
er holt sich einen starken
Stuhl
und einen starken Strick
und haengt sich ohne Augenschliessen
auf.
Joachim Luhrmann: Perkussion
Joshi Kapple: Bassgitarre
Hendrik
Schaper: E-Piano
Mick Franke: Akustische Gitarre
HRK: Gesang,
Akustische Gitarren, E-Gitarre |
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